Limitwechsel + Adios Bankrollmanagement

Zocker,

ich hab tatsächlich einen Limit-Wechsel geschafft. Hab vor 2 Wochen mein Stammlimit verlassen und mich neu etabliert.

Für mich heißt Limit-Wechsel übrigens nicht, dass ich über 50.000 Hände auf dem Limit vorne liege – soviel spiele ich gar nicht - sondern dass ich mich auf dem Limit wohlfühle. Sprich, ich sitze nicht auf scared money, spiele bei großen Pötten aggressiv weiter, calle weniger runter, leg auch mal bei nem großem Pot die Hand weg usw. Ich denke, viele kennen dieses Gefühl, dass man sich ab einer gewissen Summe einfach nicht mehr wohlfühlt. Bisher war mein Problem auf dem neuen Limit immer „Mist - da liegen gerade $xxx im Pot…*angstbekomm*“ – das war irgendwie immer eine Nummer zu groß für mich. Dieses Gefühl ist jetzt meinem alten, vertrauten "Limit-Wohlfühl-Faktor" gewichen, nur eine Stufe höher halt.

Bevor jetzt jemand nach dem Limit fragt…das ist doch völlig egal. Für den einen ist $0,25/$0.50 dieses "Angst Limit". Für den anderen vielleicht $5/$10. Ein paar Tips, die bei mir ganz gut geholfen haben

- Table Selection: Ihr müsst Euch ja nicht direkt zu den Haifischen an den Tisch setzen. Seht zu, dass Ihr ein paar Opfer in Eurer Nähe sitzen habt
- Einen Tisch spielen: Ihr wollt Euer A-Game spielen? Dann macht nur einen Tisch auf. Weiterer Vorteil: Die Swings sind nicht ganz so derbe, als wenn es an 4 Tischen parallel den Bach runtergeht. Erhöht den Wohlfühlfaktor.
- Seid entspannt. Nehmt Euch den Limitwechsel nicht fest vor. Bei mir wars so: Auf meinem Stammlimit war nix los, die Spieler saßen alle ein Limit höher. Hab mich eher aus Langeweile rangesetzt und den erwarteten Verlust, bei dem ich Aussteigen werde, im Kopf schon vorher genau taxiert. Und auf einmal liefs.
- Eigentlich ist es ein Limit- Shot. Setzt auch einen Betrag, den Ihr bereit seid zu verzocken (Völlig egal, ob das jetzt 3 Buyins sind oder $50).
- Spielt genauso, wie auf dem Limit davor. Keine Spezialmoves nach dem Motto "ab hier wird bestimmt nur noch geblufft". Feinjustierung kommt später.
- Room Selection: Ich spiele aktuell bei einer Seite, auf der das Niveau gerademal so gut ist, wie bspw. auf Partypoker FL $0.10/$0.20. Bei Pokerstars/Fulltilt würde ich dieses Limit nie spielen.

Desweiteren habe ich Bankrollmanagement für mich abgeschafft. Gründe:

- Meine Bankroll (nach Lehrbuch) würde nur für ein Limit reichen, auf dem ich definitiv keine Lust habe, zu spielen.
- Ich spiele auf höheren Limits konzentrierter, begehe weniger Fehler.
- Gehe ich broke, ist der Verlust in keinster Weise existenzbedrohend/ urlaubsvermiesend oder beziehungsgefährdend.
- Selbst mehrmaliger Verlust der Bankroll würde mich auf diesem Limit nicht in Verlegenheit bringen. Dann würde ich allerdings wieder absteigen. Im Hinterkopf habe ich Summe x als worst Case einkalkuliert, dann wäre Schluss auf dem Limit)

Wie sieht es bei Euch aus? Bankrollmanagement ja oder nein?


P.S: Freue mich auch auf die Kommentare, die fragen, auf welcher Seite /Nickname so ein Megafisch wie ich wohl spielt :-)

Kommentare:

  1. Tja, welche Seite könnte wohl in höheren Stakes so fishy sein wiel Party's NL10, durch das ich mich gerade gezwungenermassen quäle. IPoker vielleicht? Everest als Stand Alone Seite käme mir da auch noch in den Sinn. Anosten, ja, keine Ahnung. Werden wir es je erfahren? ;-)

    Von der Idee BR Management abzuschaffen wenn man das Ganze finanziell verkraften kann und man auch nachlegen kann im Falle eines Bankrotts halte ich sogar recht viel. Weil, wenn man Poker als Hobby betreibt soll es in erster Linie ja mal Spass machen. Man muss sich wohlfühlen mit dem was man tut. Solange ich die Microstakes durchforsten muss um mir wieder was aufzubauen spiele ich auch nur auf etwa 10 Buyins. Was solls, wenns nix wird kann man ja nochmal anfangen und viel ist nicht verloren.
    Also mach was dir Spass macht.
    Viel Glück und viel Erfolg. :-)

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  2. Normalerweise würde ich den Raum ja preisgeben. Aber leider läuft auf dem Limit meistens nur ein Tisch und warum sollte ich meine beiden besten Kunden mit jemand teilen :-)

    Erinntert mich an einen Kumpel, der hat so einen Mega-Fisch mal wochenlang verfolgt: "Cocobar", falls diesen nickname jemand mal liest...auf ihn mit Gebrüll!

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  3. Im Grunde genommen hast du ja auch ein BRM, dass du halt zumindest nach unten hin einhälst, schätze ich. Finde aber auch, dass man sich ein Limit suchen sollte, bei dem die Gewinne "Spaß" machen, aber die Verluste keinerlei Angst bereiten. :)

    Halte auch ein BRM von 50 bis 100 BI als SNG Spieler. Bei einem riskanteren BRM gehen mir die Swings zu sehr auf meine Bankroll, wobei ich auch schon länger nicht mehr aufgestiegen bin, obwohl ich könnte. ;)

    PS: Dein Limit möchtest du echt nicht verraten?

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  4. Pokerwette: Dein BRM ist aber schon extrem konservativ. Da muss ich schmunzeln. Hast Du mal überlegt, wieviel Dollar BIs (Buyins für die Unerfahrenen), eine Teilnahme beim WSOP mainevent nach Deinem BRM erst rechtfertigen?

    1 Millionen Dollar! Was glaubst Du, wieviele Teilnehmer der WSOP eine Millionen Bankroll haben? Eben...

    Limit verraten? Nein, aus folgendem Grund:
    - es ist unerheblich für meinen Blog.
    - Es gibt Pokerrrooms, da ist auf den untersten Limits tighteste Hardcoreaction angesagt. Die Leser, die dort spielen, würden einen falschen Eindruck gewinnen.
    - ich will keinen zu hohen Limits animieren.

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  5. Hallo,

    ein konservatives Bankroll Management macht Sinn, wenn man sowieso nicht über ein so hohes Einkommen verfügt (wie z.B. bei Schülern/Studenten/Auszubildenden, Hartz IV), oder Poker zum Lebensunterhalt betreibt (Existenzsicherung). Wer sowieso ein gutes und geregeltes Einkommen verfügt und Poker nur so als eine Art Nebenbeschäftigung/Hobby betreibt, für den ist BR-Management nicht so unbedingt ein Thema, obwohl ich auch hier dazu raten würde, das Geld, was zum Pokern zur Verfügung steht, relativ strikt vom restlichen Vermögen zu trennen, um nicht die Übersicht zu verlieren. Das Ganze ist natürlich stark abhängig von den Limits, d.h. wer andauernd $1.000 eincasht, um diese dann in wenigen Tagen auf NL200 zu verzocken, der dürfte mit der Zeit trotz guter Einnahmen aus seinem Hauptberuf auch finanzielle Schwierigkeiten bekommen.

    Dieser schnelle Aufstieg in den Limits, wie er z.B. von einer sehr bekannten Pokerschule propagiert wird, wird m.E. sowieso überbewertet.

    Das S&G BR-Management von Pokerwette ist übrigens keinesfalls konservativ, sondern eher normal. Der Mathematiker und Autor Stephan M. Kalhamer berichtet in dem Buch "Poker Matrix - Dimensionen des Erfolgs" (AniMazing Verlag) von einer Computersimulation: ein Computer hat 10.000 Spieler mit einem ROI von +5% und einer Bankroll von 10 Buy-In's 100.000 Sit&Go-Turniere spielen lassen. Das Ergebnis: 6.100 Probanden (also: 61%) verloren ihre gesamte Bankroll!

    Unter den gleichen Voraussetzungen, aber mit einem ROI von +10%, gingen immer noch 38% der Spieler Pleite, und bei einem exzellenten ROI von +15% verloren immerhin noch 23% (etwa 1/4) der computersimulierten Spieler ihre gesamte Bankroll!

    Anders sieht es aus, wenn man die gleiche Simulation statt mit einer Bankroll von 10 Buy-In's mit 50 oder 100 Buy-In durchführt. Starteten die Spieler mit 50 Buy-In, so genügte ein ROI von +5% um das Risiko eines Totalverlustes auf 7% zu reduzieren. Bei 100 Buy-In beträgt das Risiko eines Bankrotts sogar nur noch 1%!

    Gruß
    Stephan

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  6. Prima Artikel!

    Spaß ubnd Lebensfreude bzw. Wohlfühlfaktor sollten auch bedacht werden, und man sollte versuchen, dies nicht zu risieren, indem man sich selbst fianziell gefährdet. Am Wichtigsten ist, man hat SPASS!

    LG

    stefan

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  7. @Stephan: Ja, ich kenne diese Computer-Simulation. Aber wie soll ein normaler Hobby-Pokerspieler jemals rausbekommen, ob er ein Limit schlägt oder nicht, wenn er selbst nach 100.000 SNGs nicht auf der sicheren Seite ist?

    Ordnungsgemäßes BRM kennt doch eh nur einen Gewinner. Den Pokerraum/ Pokeraffiliate, da er über einen langen Zeitraum sichere rakezahlungen/Affiliatezahlungen erwarten kann.

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  8. ich tippe auf FL1/2,2/4 oder so auf betfair oder ähnlicher seite...richtig??

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  9. Dieser und der letzte Artikel zum Thema lernen sind nice fischig, weiter so!

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  10. Kt12: Mag ja vielleicht richtig sein, allerdings werden wir uns nie am Tisch treffen. Da wo ich spiele, laufen keine tighten Internetkids rum.
    Falls doch, dann nicht auf dem Limit, welches ich spiele :-)

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  11. sag uns welches limit du spielst :D

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